Im frühen Mittelalter brachten Benediktiner diese Arznei- und
Gewürzpflanzen aus dem Mittelmeerraum (Spanien und
Südfrankreich) über die Alpen nach Mitteleuropa. Bereits in den
Verwaltungsvorschriften Karls des Großen wird Thymian als
heilkräftiges Kraut erwähnt. Schon damals bestanden deshalb
Anweisungen, Thymian in Klostergärten anzubauen, zur Behandlung
der Bevölkerung.
Botanische Beschreibung: Thymian ist eine
Halbstrauch von 20-40 cm Höhe, Die kleinen schmal-linealen,
teils elliptischen Blättchen sind Unterseits filzig behaart, am
Rande oft eingerollt und sitzen gegenständig an kurzen Stielen,
die kleine Nebenblättchen tragen. Der Blütenstand ist
köpfchenförmig oder unterbrochen und vielblütig. Die Blütenkrone
ist zweilippig und hat eine Farbe die von blauviolett bis rosa
reicht. Aus der zwittrigen größeren Blüten ragen Staubgefaässe;
die weiblichen Blüten sind kleiner. Die ganze Pflanze riecht
angenehm aromatisch.
Wirkung und Anwendung: Wie aus den
Aufzeichnungen alter griechischer und römischer Schriftsteller
hervorgeht, ist Thymian von Alters her ein geschätztes Kraut.
Das ätherische Öl, insbesondere das Thymol und Cavacrol üben
fördernden Einfluß auf das Abhusten de Schleims. Die
auswurfbeschleuigende Wirkung und die antibakterillen
Eigenschaften des Thymians begründen seine Anwendung als
Hustenmittel, vor allem bei Keuchhusten, bei trockenem Husten
und bei Bronchitis. Ebenso wirkt es entzüngshemmend in Mund-
und Rachenraum |