| Niemand wirklich kennt die genauen Ursprünge des Ingwers.
Wahrscheinlich wurde er zuerst in den Tropen von Südostasien
entdeckt. Einige Botaniker behaupten, daß sein Sanskrit Name
darauf hinweist, daß er aus Indien stammt. Diese Hypothese zu
bestätigen ist jedoch unmöglich, da es geheimen Handel und
weitverbreitete Kultivierung gab und es gibt keine Dokumente,
über seinen Ursprung und seine Existenz in seiner wilden Form.
Ingwer bekam seinen botanischen Namen, Zingiber officinalis,
von dem berühmten schwedischen Botaniker aus dem 18 Jahrhundert,
Linnaeus. Linnaeus leitete den Namen Zingiber aus dem Sanskrit
Namen singabera ab, was soviel wie Horn bedeutet. Der
bekannteste Teil der Ingwerpflanze, der kommerziell verwandt
wird, ist der unregelmäßig geformte, unter der Erde wachsende
Teil, der fälschlicherweise Wurzel genannt wird. Obwohl Ingwer
wahrscheinlich immer mit dem Ausdruck Wurzel assoziiert werden
wird, ist es jedoch botanisch gesehen keine Wurzel, sondern ein
Rhizom. Nicht wie eine Wurzel, die normalerweise stirbt, wenn
man sie auseinander schneidet, kann Ingwer immer neue Pflanzen
bilden, wenn man das Rhizom zerschneidet. Aus diesen Knollen
kultiviert man Ingwer seit Tausenden von Jahren.
Die zwei bekanntesten Gruppen dieser scharfen Bestandteile
werden Gingerole und Shogaole genannt. Gingerole, die nur im
frischen Ingwer vorhanden sind, verwandeln sich durch Hitze und
Trocknung in die noch schärferen Shogaole. Dies chemische
Verwandlung vom frischen zum getrockneten Zustand ist eines der
wichtigsten Faktoren der therapeutischen Wirkung des Ingwers.
Beinahe so einzigartig wie der Geschmack ist auch der Geruch des
Ingwers. Dieses wunderbar süße, warme und zitronige Aroma ist
hoch geschätzt und wird überall in der Parfum und
Getränkeindustrie eingesetzt.
Der einzigartige Duft des Ingwers entsteht durch eines in der
Natur komplexesten essentiellen Öles, welches zwischen 1-2,5 %
des getrockneten Rhizoms ausmacht. Die Macro und Micronährstoffe
des Ingwers beinhalten Proteine, Fette, Kohlenhydrate und all
die bekannten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Im
Gegensatz zu anderen Heilpflanzen oder Gewürzen, wird frischer
oder grüner Ingwer schon immer als Gemüse verzehrt und enthält
große Mengen an Kalium, Phosphor, Vitamin C und
Riboflavin(Abbildung 2) Die anderen Inhaltsstoffe, nennen wir
sie Synergisten gehören natürlich dazu, nur wäre es zu
umständlich, sie alle zu erwähnen. Obwohl die Elemente wie
Gingerole oder Zingiberen die Hauptbestandteile sind, die für
den Geschmack bzw. den Duft des Ingwers verantwortlich sind,
spielen die hunderte anderer Stoffe(Synergisten) doch eine
wesentliche Rolle für den ganzen Effekt und die Abbrundung des
ganzen Bildes.
Nährwerte von frischen Ingwer
Nährwerte in %
Feuchtigkeit 80.9
Protein 2.3
Fett 0.9
Kohlenhydrate 12.3
Ballaststoffe 2.4
Mineralstoffe 1.2
Enzyme 2.3
Vitamine/Mineralstoffe (mg/100Gramm)
Kalzium 20.00
Phosphor 60.00
Eisen 2.6
B1 0.06
B2 0.03
B3 0.6
C 6
Frischer Ingwer beinhaltet eine Vielfalt an Nährstoffen. Die
obige Tabelle ist nur ein Beispiel, da es starke Unterschiede
bei den einzelnen Sorten gibt. Die Werte bei getrocknetem Ingwer
hängen von seinem Feuchtegehalt ab. Ingwer enthält fast 500
Inhaltsstoffe, von denen eine ganze Reihe in der Lage ist,
COX-2 zu hemmen. Ingwer greift ausgleichend auf den
Stoffwechsel der Arachidonfettsäure ein. Mit diesen Fähigkeiten
ist er in der Lage, eine zu starke Ausschüttung von
Prostaglandinen des Typ 1, die Entzündungen hervorrufen zu
hemmen während er das lebensnotwendige Prostaglandin 2 nur kaum
beeinflußt und damit seine wichtige Rolle nicht beeinflußt.
Eine Studie zeigte, daß vier lnhaltstoffe des Ingwers
stärkere Hemmer von Prostaglandinen waren, als ein synthetisches
Arzneimittel Indomethacin, welches als eines der stärksten
chemischen Eicosanoid Hemmer bekannt ist . Wenn man sich die
Tatsache vor Augen führt, daß Indomethacin jährlich für etwa 100
Millionen Dollar verkauft wird, sieht man das Potential des
Mitbewerbers Ingwer. Ingwer hat neben der COX-2 Hemmung auch
einen hemmenden Effekt auf das Lipoxygenase Enzym, welches bei
seinem Stoffwechsel den Stoff 5-HETE erzeugt, das bei der
Bildung und dem Wachstum von Prostatakrebs eine Rolle spielt.
Die Hemmung des Enzyms 5-Lipoxygenase im Arachidonstoffwechsel
hat zur Folge, daß Prostata-Krebszellen, die auf
Stoffwechselprodukte dieses Enzyms angewiesen sind, ihrer
Nahrung entzogen werden und dadurch absterben können.
Zur Prävention von Prostatakrebs sollte man deshalb Ingwer
auf jeden Fall in Betracht ziehen. Ferner ist Ingwer in der
Lage, daß Blut flüssig zu halten, da es die Bildung von
Thromboxanen hemmt, die zur Verklumpung der Blutplättchen
führen. Ingwer jedoch hemmt nicht nur COX-2 , sondern es gleicht parallel die COX-1 Aktivität aus
und schützt somit vor Magenblutungen und Geschwüren und hält
eine gesunde Funktion der Nieren aufrecht.
Im Ayurveda wird Ingwer schon seit Tausenden von Jahren als
universelle Medizin bei Arthritis,
Arthrose, Rheuma und
anderen Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt. |