| Der grüne Tee, lateinisch Camellia sinensis, ist in Asien
schon seit Jahrtausenden bekannt. Im Ayurveda(heißt soviel wie
Wissen vom Leben), der indischen Medizin wurde der Grüntee bei
einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt.
Das besondere am Grüntee ist, daß dieser im Gegensatz zu
schwarzem Tee nicht fermentiert wird und damit auch nicht
oxidiert wird, , um die natürlichen Wirkstoffe des Blattes zu
erhalten. Im Laufe der jahrtausendealten Teegeschichte wurden
zur Vermeidung einer Fermentation der frisch gepflückten Blätter
folgende Methoden angewandt:
Trocknen an der Sonne
Kochen und Trocknen mit Wärme
Erhitzen in rundlichen Metallpfannen auf Feuer
Dämpfen
Auch beim Grünen Tee werden die Blätter in verschiedenen
Stadien und Jahreszeiten gepflückt, was wiederum den
Koffeingehalt, das Verhältnis vieler Inhaltsstoffe untereinander
und das Aroma beeinflusst. Die empirisch bekanntesten und durch
wissenschaftliche Studien belegten Heilwirkungen des Tees gelten
nur für den Grünen Tee.
Die "Aufguss-Philosophien" für den Grünen Tee variieren je
nach Land und Tradition, vom Gebrauch zwischen kochendem oder
abgekochtem, jedoch nur 60 bis 80° C warmem Wasser sowie von
kurzem bis längerem Ziehenlassen. Ein Weggiessen des ersten
Aufgusses vermindert den Koffeingehalt und den leicht "bitteren"
Geschmack.
Grüntee enthält eine ungewöhnlich hohe Zahl an sekundären
Pflanzenstoffen. Mehr als 50 von diesen wirken im Körper
antientzündlich. Bekannt sind vor allem die Polyphenole, von
denen mehrere, wie etwa Apigenin im Grüntee vorkommen. Diese
Polyphenole zeigen eine starke COX-2 Hemmung. In Untersuchungen
zeigte sich, daß Grüntee in der Lage ist, arthritische
Entzündungen zu lindern. Unterstützt wird dies zusätzlich durch
einen hohen Gehalt an Antioxidantien.
Besonders erwähnenswert scheint ein neu entdeckter Stoff mit
der Abkürzung EGCG zu sein. Dieses Polyphenol hat starke
antitumolrale Eigenschaften.
Wirkstoff im grünen Tee könnte Bildung von Tumoren
verhindern
Toledo (rf). Regelmäßiger Konsum von grünem Tee, so die
Ergebnisse verschiedener epidemiologischer Studien, könnte der
Entstehung von Krebs vorbeugen. Eine Erklärung für diese Wirkung
haben jetzt US-Wissenschaftler geliefert: Ein Catechin, das in
grünem Tee enthalten ist, blockiert das proteolytische Enzym
Urokinase. Es ist an der Ausbreitung von Tumorzellen und der
Metastasenbildung beteiligt.
Die Substanz mit der Antitumorwirkung -
Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) - liegt in grünem, aber nicht
in schwarzem Tee vor, wie Dr. Jerzy Jankum und seine Kollegen
vom Medical College of OHio in Toledo berichten. Denn bei der
Fermentation von schwarzem Tee werden Catechine oxidiert. Sie
verlieren so ihre physiologische Wirkung.
In experimentellen Untersuchungen bei Mäusen mit Karzinomen
ist nach Angaben der US-amerikanischen Wissenschaftler bereits
früher nachgewiesen worden, daß durch eine Hemmung des Enzyms
Urokinase das Tumorwachstum reduziert und zum Teil sogar eine
vollständige Remission erzielt werden kann (Nature 387, 1997,
561).
Das Problem sei aber gewesen, so die Forscher weiter, daß die
bekannten Hemmstoffe des Enzyms entweder zu gering aktiv oder zu
stark toxisch gewesen seien.
Eine einzige Tasse grünen Tees enthalte bereits 150
Milligramm EGCG, berichten die Wissenschaftler. Beim Konsum
mehrerer Tassen Tee würden so hohe Spiegel erreicht, daß mit
einer Antitumorwirkung zu rechnen sei.
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